Heute werden in Dresden die Preisträger des Architekturpreises 2010 Passivhaus ausgezeichnet. Der internationale Wettbewerb des Passivhaus Instituts steht dieses Jahr unter Schirmherrschaft von Bundesbauminister Peter Ramsauer. Der Wettbewerb zeichnet Gebäude unterschiedlichster Funktion aus, die architektonische Qualität mit hoher Energieeffizienz verbinden. Der Preis wird zum ersten Mal verliehen. Jan Mücke, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesbauminister, überreichte die vom BMVBS gestifteten Sonderpreise.
Mücke: "Passivhäuser weisen einen der möglichen Wege zum 'Nahe-Null-Energiehaus', das ab 2021 europäischer Standard für alle Neubauten sein wird. Der Wettbewerb trägt dazu bei, das Konzept Passivhaus noch populärer zu machen. Die prämierten Projekte zeigen, dass hochenergieeffiziente Gebäude durchaus schön und attraktiv aussehen können. Sie zeigen auch: das Passivhaus ist kein Architekturstil, sondern in vielen Gestaltungsformen realisierbar, und zwar nicht nur für Wohngebäude."
Sechzig Projekte wurden für den Wettbewerb eingereicht. Davon waren rund zwei Drittel Ein- und Zweifamilienhäuser, aber auch Schulen, Kindertagesstätten und Bürogebäude waren darunter. Beiträge aus Japan, China, USA, Polen, Schweiz,
Ungarn, Italien, Dänemark, Österreich und Deutschland wurden eingereicht.
Die achtköpfige Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Wolfgang Feist vom Passivhaus Institut und dem gewählten Vorsitzenden Prof. Dipl.-Ing Ludwig Rongen vergab vier Preise und vier Anerkennungen:
Der Bau von Passivhäusern wird vom BMVBS im Rahmen des KfW-Programms Energieeffizient Bauen gefördert. Mittlerweile werden rund 40 Prozent aller neu errichteten Wohngebäude in Deutschland aus diesem Programm gefördert und übertreffen damit die gesetzlich vorgeschriebenen Standards. Dadurch werden jährlich über 4,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart.
Das erste Passivhaus wurde 1991 in Darmstadt errichtet. Es ist eine konsequente Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses. Im Vergleich zum Niedrigenergiehaus benötigt ein Passivhaus 80 Prozent, im Vergleich zu einem konventionellen Gebäude über 90 Prozent weniger Heizenergie. Diese Einsparung erreicht das Passivhaus durch seine beiden Grundprinzipien: Wärmeverluste vermeiden und freie Wärmegewinne optimieren. Der Standard "Passivhaus" entspricht annähernd dem "Nahe-Null-Energiehaus", das durch die EU-Richtlinie zur Gebäudeeffizienz ab 2021 für alle Neubauten verbindlich sein wird.