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 Kosten im Griff  -  Kosten und Finanzierung  -  Effektiv Kosten senken

Effektiv Kosten senken

Die Einwirkungsmöglichkeiten auf die Kosten einer Baumaßnahme sind zu Beginn einer jeden Maßnahme am größten. Je weiter die Maßnahme fortgeschritten ist, desto kleiner wird der Spielraum für Kostensenkungen, daher müssen die Voraussetzungen für die grundsätzlichen Entscheidungen möglichst frühzeitig geschaffen werden. In der Konzeptionsphase bedeutet dies zwar in der Regel einen höheren Aufwand für Bauherr, Planer und Fachberater, verspricht aber später in der Realisierungsphase kürzere Bauzeiten und niedrigere Baukosten.

Eine kostengünstige und qualitätsbewusste Planung kann schon bei der Grundstückssuche beginnen. Ein günstiger Grundstückszuschnitt macht eine optimale Ausnutzung möglich und lässt kostengünstige Hausformen zu. Eine kompakte Gebäudeform ist beispielsweise kostengünstiger als ein verwinkelter Bau. Des Weiteren haben die Abstände zwischen den Gebäuden und den Grundstücken einen erheblichen Einfluss auf die mögliche Ausnutzung des Grundstücks. Doppelhäuser und Reihenhäuser, Hausgruppen oder Gebäudeensembles benötigen im Vergleich zu Einfamilienhäusern erheblich weniger Grundstücksfläche und verursachen damit weniger Kosten, nicht zu vergessen geringere zu erwartende Energiekosten während der Nutzungsphase. Eine bedarfsgerechte Optimierung der Flächen führt ebenfalls zu Einsparungen bei den Errichtungskosten.

Hohen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit des Gebäudevolumens hat das Dach. Gebäudevolumen im Dach ist preisgünstiger als das Volumen im normalen Geschoss. Es ist in der Regel wirtschaftlich, eine Dachform zu wählen, die bei einfacher Geometrie ein gut nutzbares Volumen bietet. Der Klassiker ist nach wie vor das 45 Grad geneigte Satteldach, aber auch das Pultdach bietet – insbesondere für ein zweigeschossiges Haus – oft optimale und kostengünstige Lösungen.

Bei der Innenausstattung eines Gebäudes besteht vielfach die Möglichkeit, günstige und gleichzeitig qualitativ gute Produkte zu wählen. Auch bei der Sanitärausstattung besteht die Möglichkeit, die Kosten durch entsprechende Maßnahmen erheblich zu senken (nähere Informationen siehe ‚Bad’).

Auch die Instandsetzung und Modernisierung von Wohngebäuden im Bestand kann qualitätsbewusst und gleichzeitig kostengünstig erfolgen. Wesentlich für eine wirtschaftliche Umsetzung ist eine altbaugerechte Planung beim Entwurf und in der Details. Eingriffe in das vorhandene Baugefüge müssen minimiert werden. Vorhandene Bauteile sollen weitgehend erhalten und weiterverwendet werden. Auf Basis der Bestandsaufnahme ist zu entscheiden, welche Bauteile nutzbar sind und belassen werden können und welche zwingend zu erneuern sind.

Bereits mit der Planung eines Gebäudes fallen Entscheidungen, welche die Höhe der späteren Betriebskosten beeinflussen. Dies trifft in erster Linie auf den Neubau zu, gilt jedoch auch für spätere Modernisierungsmaßnahmen. Die stärkere Berücksichtigung der gesamten Lebenszykluskosten gegenüber den einmaligen Investitionskosten bei der Errichtung oder Modernisierung eines Gebäudes sichert eine kostengünstige Bewirtschaftung.

Einen großen Teil der Betriebskosten machen die Energiekosten für Raumheizung und Warmwasserbereitung aus. Sie hängen ab vom Energiebedarf des Gebäudes, vom eingesetzten Energieträger und der entsprechenden Vertragsgestaltung sowie vom Verhalten der Nutzer.

Der bereits bei der Planung voraussehbare Energiebedarf wird durch mehrere Faktoren beeinflusst:

  • Kompaktheit des Gebäudes (Verhältnis von Gebäudehülle zu Gebäudevolumen)
  •  nach Möglichkeit Orientierung der Hauptfensterfläche nach Süden
  •  hoher Wärmeschutz
  •  Minimierung des Einflusses von Wärmebrücken
  •  Luftdichtheit des Gebäudes

Optimierte Anlagentechnik und Nutzerverhalten

Wird ein zu hoher Energieverbrauch durch den Wärmebedarf des Gebäudes oder die Anlagentechnik verursacht, sind eine Vielzahl von Einsparmaßnahmen möglich. Ein Element wirtschaftlicher Planung ist die sinnvolle Kopplung von Maßnahmen. So sind energetische Maßnahmen an der Fassade, z.B. ein Wärmedämmverbundsystem dann kostengünstig, wenn ohnehin gerade der Neuanstrich oder die Ausbesserung des Außenputzes anstehen. Sollen die Bäder grundlegend modernisiert werden, kann die Neuinstallation gleich die Solarthermie-Anlage auf dem Dach für die Warmwassererzeugung berücksichtigen.

Grundsätzlich sollte bei jeder Modernisierungsmaßnahme geprüft werden, wie die laufenden Nutzungskosten für die Zukunft reduziert werden können. Diese hängen jedoch nicht nur vom Zustand des Gebäudes und der technischen Ausrüstung sondern ganz entscheidend auch vom Verhalten der Bewohner ab. Betriebskosten können u.a. durch folgende Maßnahmen reduziert werden:

  • Vermeidung überhöhter Raumtemperaturen
  • Nachtabsenkung
  • selbsttätige raumweise Regelung der Heizkörper (Thermostatventil)
  • richtiges Lüften (z.B. Stoßlüftung statt Dauerlüftung)
  • Einsatz von energieeffizienten Geräten und Energiesparlampen
  • Einsatz von wassersparenden Armaturen
  • Regenwassernutzung für die Gartenbewässerung
  • Grauwassernutzung im Gebäude (z.B. für die Toilettenspülung, dies macht allerdings ein gesondertes Leitungssystem erforderlich).

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