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 Modernisierung und Instandsetzung  -  Fassade, Wand, Decke, Dach, Bodenplatte  -  Decke und Fußboden

Decke und Fußboden

Abbildung 1: Beispiele für DeckenaufbautenAbbildung 1: Beispiele für Deckenaufbauten
Abbildung 1: Beispiele für Deckenaufbauten

Deckenkonstruktionen

Im Ein- aber auch im Mehrfamilienhausbau können je nach Bauweise des Hauses unterschiedliche Deckenkonstruktionen zur Anwendung kommen. Die Deckensysteme weisen einen unterschiedlichen Vorfertigungsgrad auf. Hier geht die Spannweite von der reinen Vorortfertigung bis zu raumgroßen vorgefertigten Deckenelementen, die am Markt verfügbar sind. Jede Bauweise hat Vor- und Nachteile und ist für jeden Anwendungsfall im Einzelnen zu prüfen. Zum Beispiel garantiert ein hoher Vorfertigungsgrad kurze Bauzeiten und verringert die Nassprozesse am Bau. Im Vergleich zur Vorortfertigung können die großformatigen Elemente gff. viel schwieriger an individuelle Wünsche angepasst werden.
Deckenkonstruktionen müssen so bemessen sein, dass sie die Fußböden- und Verkehrslasten aufnehmen können und den Anforderungen des Luftschall- und des Brandschutzes entsprechen. Um den Anforderungen des Wärme- und Trittschallschutzes gerecht zu werden, sind in der Regel zusätzliche Maßnahmen in Verbindung mit der Fußbodenkonstruktion erforderlich.

Abbildung 2: Beispiele von FußbodenaufbautenAbbildung 2: Beispiele von Fußbodenaufbauten
Abbildung 2: Beispiele von Fußbodenaufbauten

Fußbodenkonstruktionen

Nur selten wird die Oberflächenqualität einer Rohdecke für den endgültigen Ausbauzustand genügen. In den meisten Fällen wird daher eine Fußbodenkonstruktion auf die Decke aufgebracht. Diese kann von einem Oberflächen versiegelnden Anstrich der Rohdecke bei Lagerräumen bis zu
mehrschichtigen Fußbodenkonstruktionen in beheizten Wohnräumen führen. Die mehrschichtigen Aufbauten bestehen aus einer Funktionsschicht, einer Tragschicht und einer Verschleißschicht. Im Wohnungsbau wird dieser Mehrschichtenaufbauüberwiegend als schwimmende Konstruktion
ausgeführt, d.h. die Tragschicht liegt auf einer weichen Funktionsschicht auf,
ohne direkten Kontakt zu Wänden und Decken. Die Tragschicht - Estrich genannt – ist dadurch vollständig entkoppelt. Der Estrich schwimmt also auf der Decke. Die Funktionsschicht übernimmt über die Entkopplung des Estrichs die Dämpfung des Trittschalls.

Abbildung 3: Schematischer Darstellung eines FußbodenaufbausAbbildung 3: Schematischer Darstellung eines Fußbodenaufbaus
Abbildung 3: Schematischer Darstellung eines Fußbodenaufbaus

Wird der Fußboden auf eine ungedämmte Bodenplatte verlegt, erfüllt die Trittschalldämmung gleichzeitig die Funktion der Wärmedämmung. Für die Trittschallentkopplung ist es weiterhin sehr wichtig, dass zwischen Estrich und Wänden keine Verbindung besteht. Dies wird mit einem umlaufenden Randdämmstreifen verhindert. Dass diese Randdämmung auch bestehen bleibt, sollte besonders bei den weiteren Arbeiten beachtet werden. Insbesondere Wandbekleidungen wie Putz oder harte Fußbodenbeläge können bei nicht  Einhaltung der Randdämmung diese Fuge leicht überbrücken. Dies gilt ebenso für Scheuerleisten, die üblicherweise an der Wand befestigt werden und aus schallschutztechnischer Sicht keine Verbindung zum Fußboden haben dürfen. Der Estrich übernimmt die Funktion der Lastverteilung, die durch Bewohner und Einrichtungsgegenstände auf den Fußboden gebracht werden. Insbesondere die punktuellen Belastungen wie z.B. Regalfüße, müssen verteilt werden, da die darunter liegende Dämmschicht keine hohen punktuellen Lasten abtragen kann. Die Folge wäre eine erhöhte Durchbiegung des Estrichs, was bei spröden Belägen, wie Fliesen, zu Rissen führen kann. Unter anderem sind aus diesem Grund für jedes Estrichmaterial Mindestdicken vorgeschrieben. Der Estrich ist weiterhin hauptsächlich verantwortlich für das Gewicht des Fußbodens. Durch das Gewicht des Estrichs lassen sich je nach Wahl der Deckenkonstruktion z.B. schalltechnische Defizite ausgleichen bzw. nachträglich moderne Fußbodenaufbauten im Bestand realisieren.

Zwei Beispiele

Leichte Deckenkonstruktionen, wie Holzbalkendecken fehlt oft des nötige Gewicht für höhere Anforderungen an die Luftschalldämmung. Durch einen schweren Estrich lässt sich dies ausgleichen. Im Bestand sind Deckenkonstruktionen meist nicht stärker belastbar. Durch besonders leichte Estrichaufbauten kann oftmals ohne aufwendige Deckenverstärkungen ein moderner Fußbodenaufbau realisiert werden.

Estrichmaterial

Grundsätzlich unterscheiden sich Estrichmaterialien durch ihren Wassergehalt. In diesem Zusammenhang spricht man von Trockenestrichen bzw. Nass- oder Fließestrichen. Trockenestriche sind Produkte, die beim Einbau ins Gebäude keine zusätzliche Feuchtebelastung eintragen. Die Produkte bestehen meist aus gips- oder zementgebundenen Platten, die bereits im Herstellungswerk einbaufertig ausgeliefert werden. Oder aber Produkte wie Gussasphaltestrich, der produktionsbedingt kein Wasser enthält und durch seine Elastizität dünner als andere Estriche ausgeführt werden kann. Trockenestriche sind in der Anschaffung in der Regel etwas teurer, haben aber den Vorteil, dass Sie kein Wasser mit eintragen. Dies kann bei feuchtempfindlichen Konstruktionen, wie Holzbauten, Komplikationen vermeiden. Weiterhin können alle weitere Arbeiten nach dem Verlegen ohne Verzögerung weiter laufen, da der Trockenestrich sofort begehbar und belegbar ist. Der Nassestrich hat den Vorteil der schnellen Ausführung. Die Estrichmassen werden flüssig eingebracht und gleichen sich so besser Unebenheiten an als Plattenware. Entscheidet man sich neben dem Zementestrich für einen Anhydritestrich so ist eine Begehbarkeit bereits nach 2 Tagen möglich. Auch der Magnesitestrich kann sehr schnell belastet werden. Weitere Vorteile bringen flüssige Estrichmassen in Kombination mit Fußbodenheizungen. Da die Heizrohre von der Estrichmasse voll umschlossen werden, ist die Wärmeübertragung besser als bei loser Plattenware. Die Fußbodenheizung kann zum Trocknungsprozess mit herangezogen werden. Trotzdem wird eine Belegbarkeit eines Nassestrichs frühestens nach vier Wochen (Anhydrit) bzw. sechs Wochen (Zement) erreicht.

Fußbodenbeläge

Fußbodenbeläge werden in erster Linie zur optischen Aufwertung verlegt. Sie müssen jedoch darüber hinaus ausreichend verschleißfest, rutschsicher und leicht zu reinigen sein. Im Zuge der Nachhaltigkeit sei hier noch erwähnt, dass es sich bei Fußbodenbeläge um verschleißintensive Bauteile handelt. Sie werden während der Nutzung eines Gebäudes sicherlich mehrmals ausgetauscht. Deshalb sollte auch die Ausbaufähigkeit der Belege mit bei der Anschaffung eine Rolle spielen. Hier sollten lose Verlegungen, geschraubte oder anderweitige leichtlösbare Verbindungen den fest verklebten bzw. schlecht lösbaren Verbindungen den  Vorzug gegeben werden. Auch das gesunde Wohnen ist im Zusammenhang mit Fußbodenbelägen zu nennen. Insbesondere Verbundwerkstoffe, Kleber und Anstriche können gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten.

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